Berge = Kurven = Fahrspaß
Von Arend Am 13. Oktober 2011Was viele Menschen an der Faszination Motorradfahren nicht verstehen, ist, dass nicht einfach auf zwei Rädern von A nach B gefahren wird. Jede Strecke hat ihren eigenen Reiz und fordert ein genaues Maß an Erfahrung. Eine Route wird mehr gelesen als gefahren. Je mehr Erfahrung ein Fahrer besitzt, desto spezifischere Regionen kann er sich erschließen.
Nicht nur die Beschaffenheit der Straße bestimmt hierbei den Schwierigkeitsgrad, sondern auch Häufigkeit und Steilheit der Kurven. Auch die Gefälle einer Route sind enorm wichtig. Daraus folgt, dass sich der Schwierigkeitsgrad aus der Zusammensetzung jedes einzelnen dieser Aspekte ergibt. Deshalb sollte vorerst darauf verzichtet werden, sich kurzerhand in eine Ferienwohnung Bad Hindelang einzumieten, um sich im Gebirge zu beweisen, wenn man das Fahren gerade erst angefangen hat. Das ist eher was für Rollo und seine Kollegen.
Allerdings, die Freiheit der Bewegung kann bei schwierigeren Strecken besonders gut genossen werden. Und wo Berge sind, da ist auch Fahrspaß. Das Spiel von Beschleunigung und Kurvenverhalten wird größer, je mehr Möglichkeiten zum Eingreifen eine Strecke erfordert. Man bildet hierbei – ähnlich wie beim Skifahren – einen Rhythmus aus, in dem die Charakteristika der Strecke zusammenfließen. Natürlich ist auch die Kulisse hierbei nicht ganz unwichtig. Serpentinen und Berge bieten sicher reichlich Anlass für Pausen. Gleichzeitig weiß man im Gebirge nie, was als nächstes kommt. Gerade Strecken in der Norddeutschen Tiefebene sind damit jedenfalls nicht zu vergleichen.
Vorausgesetzt es ist kein ausgewiesener Kurort, sind Motorradreisende gern gesehene Gäste in den jeweiligen Regionen. Für Motorradfahrer, die viel Wert auf Flexibilität – also Freiheit – legen, gibt es überall die Möglichkeit mit Schlafsofas eine kurzfristige Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Auf viel befahrenen Strecken ist es aber trotzdem ratsam, vorher ein Zimmer zu buchen. Es gibt nicht wenige die Lehrgeld bezahlen, wenn sie über den Spaß die Zeit vergessen und solange weiterfahren müssen, bis sich nachts doch noch eine Möglichkeit ergibt.